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Bäume im Herbst mit Sonne

Was erwartet Dich im Herbst im Yoga? Mabon – das Fest der Ernte und der Balance

Die Tage werden kürzer, das Licht wird goldener, und morgens liegt Nebel über den Wiesen. Der Herbst ist da – und mit ihm eine der schönsten Zeiten im Jahreskreis. Mabon, die Herbst-Tagundnachtgleiche, lädt Dich ein, innezuhalten, zu ernten und Dich in Balance zu bringen.

Mabon – das sechste Fest im Jahreskreis

Mabon ist das sechste Fest im Jahreskreis und das zweite der drei Erntefeste: Lammas, Mabon und Samhain. Es ist ein Sonnenfest und wird zwischen dem 21. und 23. September gefeiert – 2026 fällt Mabon auf den 23. September.

Zum zweiten Mal im Jahr sind Licht und Dunkelheit in vollkommener Balance: Tag und Nacht sind gleich lang. Danach kippt die Waage, die Nächte werden länger als die Tage. Mabon ist damit ein Schwellenfest – der Moment, in dem wir die Ernte nach Hause bringen und uns auf die dunkle Jahreszeit vorbereiten.

Es ist eine Zeit der Balance, der Harmonie, der Ernte und vor allem der Dankbarkeit.

Was das für Deine Yogapraxis bedeutet

Der Herbst ist die Zeit, in der sich die Energie nach innen zieht – so wie die Bäume ihre Kraft zurück in die Wurzeln holen. Genau das darf sich auch auf Deiner Matte zeigen.

Erdung statt Höchstleistung. Der Herbst bringt viel Bewegung und Unruhe mit sich – trockene Luft, wechselndes Wetter, volle Terminkalender. Standhaltungen wie der Berg (Tadasana), der Krieger (Virabhadrasana) oder der Baum (Vrksasana) geben Dir Stabilität und Bodenhaftung. Halte sie etwas länger als sonst und spüre bewusst den Kontakt Deiner Füße zum Boden.

Nach innen kommen. Vorbeugen, Hüftöffner und sanfte Drehungen wirken beruhigend und unterstützen den Rückzug nach innen. Die Kindhaltung (Balasana) ist die vielleicht ehrlichste Haltung dieser Jahreszeit: einfach ankommen, loslassen, atmen.

Wärme aufbauen. Beginne Deine Praxis mit ein paar Sonnengrüßen, um den Körper zu wärmen, bevor Du in die ruhigeren Haltungen gehst. Und gönne Dir eine lange Endentspannung – gerne mit Decke und Socken.

Atme in die Balance. Die Wechselatmung (Nadi Shodhana) ist die Atemübung für Mabon: Sie bringt die beiden Seiten – Sonne und Mond, Aktivität und Ruhe, Licht und Dunkelheit – ins Gleichgewicht. Fünf Minuten genügen, um zu spüren, wie sich etwas in Dir sortiert.

Rituale zu Mabon

1. Bilanz ziehen

Mabon ist die Zeit, Bilanz über das vergangene Jahr zu ziehen. Mache einen Jahresrückblick: Hast Du im Rhythmus der Natur gelebt? Was sind die Gewinne und die Verluste des Jahres? Was kannst Du noch abschließen? Und was braucht einfach noch Zeit?

Nimm Dir dafür bewusst eine ruhige Stunde, ein schönes Heft und einen Stift. Es geht nicht darum, streng mit Dir zu sein – sondern darum, ehrlich hinzuschauen und anzuerkennen, was gewachsen ist.

2. Reise in Dein Inneres

Nun beginnt die Zeit des Rückzugs nach innen. Meditiere und mache eine Reise in Dein Inneres. Nimm Dir Zeit, die Stille zu genießen – lege bei Bedarf Entspannungsmusik auf, räuchere, zünde Kerzen an. Schaffe Dir einen Raum, in dem Du wirklich ankommen kannst.

3. Harmonie ins Leben bringen

Überlege Dir, wie Du mehr Harmonie in Dein Leben bringen kannst. Gibt es Bereiche, in denen Du erst noch Balance schaffen darfst? Zwischen Arbeit und Ruhe, zwischen Geben und Nehmen, zwischen Tun und Sein? Mabon ist der perfekte Zeitpunkt, um eine kleine Kurskorrektur vorzunehmen.

4. Den Garten vorbereiten

Falls Du einen Garten hast: Jetzt ist die Zeit, ihn für die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Gib den Elementarwesen Opfer- und Dankesgaben – ein paar Äpfel, Nüsse oder Beeren, die Du den Tieren und der Natur überlässt.

Verbinde Dich mit der Natur

Geh nach draußen und genieße die letzten Sonnenstrahlen des Sommers und das Leuchten des Herbstes. Mach einen Spaziergang, sammle Kastanien, Bucheckern und buntes Laub, oder treibe Sport an der frischen Luft. Der Herbstwald hat eine ganz eigene Stille – lass sie auf Dich wirken.

Zum Schluss: Dankbarkeit

Das Herzstück von Mabon ist die Dankbarkeit. Wofür bist Du in diesem Jahr dankbar? Was durftest Du ernten – an Erfahrungen, an Begegnungen, an Wachstum? Sprich es aus, schreibe es auf, oder halte es einfach einen Moment lang im Herzen.

Ich wünsche Dir ein wunderschönes Mabon, eine reiche Ernte und einen goldenen Herbst.

Namasté, Astrid